The Rich Life

Inner Success by Chrissi Münch

The Rich Life

Ausgabe 134 | 28. Sept 2026

Hallo Reader,

letzte Woche war unser Sohn mit seinen Großeltern Eis essen. Auf dem Weg kauften sie ihm an einem Automaten ein YoYo für 1€. Er freute sich riesig und erzählte mir beim Nachhausekommen ganz aufgeregt davon.

20 Minuten später lag das YoYo kaputt auf dem Boden.

Das brachte mich zum Nachdenken. Denn dieses 1€-Plastik-YoYo beschreibt für mich ziemlich gut, wie wir heute leben:

Wir können fast alles jederzeit haben.

Das neue Buch, das neue Outfit, das neue Spielzeug, das neue Gadget.

Wir wünschen es uns und klick, morgen steht es vor unserer Tür.

Und wenn wir es haben?

Kommt das Nächste.

Natürlich geht es mir nicht um ein YoYo.

Ich frage mich vielmehr, was mit uns passiert, wenn wir uns an ein Leben gewöhnen, in dem fast alles jederzeit verfügbar ist.

Wir warten kaum noch auf etwas.

Wir müssen uns selten entscheiden: Will ich A oder B?

Wir verzichten auf wenig.

Und während wir bereits unglaublich viel haben, leben wir in einer Welt, deren Geschäftsmodell zu großen Teilen davon abhängt, uns daran zu erinnern, was uns noch fehlt.

Meistens fehlt uns besonders viel, nachdem wir fünf Minuten durch Instagram gescrollt haben.

Und ist das nicht irgendwie komplett absurd:

Wir haben heutzutage unglaublich viel – und leben trotzdem permanent mit dem Gefühl, dass noch etwas fehlt.

Was macht ein reiches Leben aus?

Da ich mit vielen ambitionierten Frauen zusammenarbeite und Erfolg auch in meinem eigenen Leben ein großes Thema ist, beschäftigt mich diese Frage schon länger.

Früher hätte ich ein reiches Leben ungefähr so beschrieben:

  • Neue Restaurants.
  • Neue Orte.
  • Neue Erlebnisse.
  • Neue Ideen.
  • Neue Projekte.

Mein Leben sollte interessant sein.
Abwechslungsreich.
Besonders.

Ich erinnere mich an einen Urlaub in Thailand.

Wir saßen am Strand. An einem Ort, auf den ich mich monatelang gefreut hatte. Und weißt du, was ich gemacht habe? Über den nächsten Trip nachgedacht!

Schon crazy, oder?!

Ich saß in meinem alten Wunsch und dachte über meinen nächsten nach.

Diese Erkenntnis beschäftigt mich bis heute.

Denn wie reich kann sich ein Leben anfühlen, wenn ich das, was ich habe, gar nicht mehr richtig erlebe?

Du kannst in Thailand am Strand sitzen und dich innerlich bereits wieder auf dem Weg zum nächsten Ziel befinden.

Du kannst den Job bekommen, den du unbedingt wolltest, und drei Wochen später darüber nachdenken, wann die nächste Beförderung kommt.

Du kannst in der Wohnung wohnen, die einmal dein Traum war, und auf Instagram plötzlich feststellen, dass eine Küche mit Kochinsel vielleicht doch ganz nett wäre.

Du kannst dir ein wunderschönes Leben aufgebaut haben und es trotzdem verpassen.

Vielleicht ist Reichtum etwas ganz anderes.

Wenn ich heute darüber nachdenke, wann ich mich wirklich reich fühle, sind das erstaunlich unspektakuläre Momente.

Wenn mein Mann mir gegenübersitzt und mich mit diesem Blick anschaut, bei dem ich genau weiß: Dieser Mensch liebt mich über alles.

Wenn ich mit meinem Sohn Fantasietiere am Küchentisch male und wir uns dabei kaputtlachen.

Wenn ich mit einer Freundin über die großen Fragen des Lebens philosophiere – und fünf Minuten später darüber, welchen Fantasy-Roman wir unbedingt als Nächstes lesen sollten.

Ich spüre diese Dankbarkeit inzwischen sogar bei Dingen, die ich früher einfach möglichst schnell erledigt hätte.

Wenn ich Wäsche aufhänge und mich dabei nicht gehetzt fühle oder überlege, wie ich diese Aufgabe schnellstmöglich outsourcen könnte, sondern merke, dass ich bei dieser profanen Tätigkeit ganz wunderbar zur Ruhe komme.

Wenn ich mit meiner Mum telefoniere, während ich Essen koche, und sie mir Tipps gibt, welchen Staubsauger wir kaufen sollten.

Wenn ich mir erlaube, mich am Nachmittag rauszuziehen und einen kurzen Nap zu machen.

Das klingt alles nicht besonders beeindruckend.

Vielleicht ist genau das der Punkt.

Ein reiches Leben muss nicht beeindruckend aussehen. Es muss sich reich anfühlen.

Wir warten auf den besonderen Moment.

80 % unseres Lebens bestehen aus unserem Alltag.

Nicht aus Bali. Nicht aus der Beförderung. Nicht aus der Buchveröffentlichung. Nicht aus dem besonderen Dinner. Nicht aus dem Tag, an dem wir endlich unser großes Ziel erreichen.

Sondern aus einem ganz normalen Montag.

Und trotzdem behandeln wir diesen Montag manchmal wie einen Warteraum.

Wir arbeiten uns durch ihn hindurch.

Bis zum Wochenende. Bis zum Urlaub. Bis zum nächsten Meilenstein. Bis wir mehr verdienen. Bis wir weniger arbeiten müssen. Bis die Kinder größer sind. Bis sich endlich alles etwas leichter anfühlt.

Und irgendwann bestehen Jahre unseres Lebens aus Tagen, von denen wir wollten, dass sie möglichst schnell vorbeigehen.

Das finde ich inzwischen viel beängstigender als die Vorstellung, irgendein großes Ziel nicht zu erreichen.

Denn was, wenn das hier schon das Leben ist?

Dieser Montag.
Das Abendessen heute.
Das Gespräch mit deiner Mutter.
Die halbe Stunde mit deinem Kind.
Der Kaffee in der Sonne.
Der ganz normale Morgen, an dem absolut nichts Instagramwürdiges passiert.

Vielleicht brauchen wir nicht ständig mehr besondere Momente.

Vielleicht dürfen wir unsere Zeit und unseren Fokus viel stärker darauf richten, unseren normalen Tagen mehr von dem zu geben, was für uns wirklich zählt.

Mehr Nähe. Mehr Ruhe. Mehr Spiel. Mehr Tiefe. Mehr Kreativität. Mehr Natur. Mehr Präsenz.

Und dafür vielleicht:

weniger Termine. weniger Konsum. weniger Input. weniger Verpflichtungen, bei denen wir gar nicht mehr wissen, warum wir sie eigentlich angenommen haben.

Weniger Dinge, die unser Leben voll machen, aber nicht reich.

Ein volles Leben ist nicht automatisch ein reiches Leben.

Ich glaube inzwischen, dass die Frage nach einem reichen Leben viel weniger lautet:

Was möchte ich noch haben?

Und viel mehr:

Wie möchte ich mein Leben erleben?

Wann fühlst du dich ganz bei dir?

Wann fühlst du dich verbunden?

Wann merkst du: Genau so möchte ich leben?

Genau mit dieser Frage haben wir uns in meinem Executive Energy Programm beschäftigt, in dem ich Unternehmerinnen ein Jahr lang auf ihrer Reise begleite.

Die Übung, die wir dort gemacht haben, möchte ich heute an dich weitergeben.

Schritt 1: Was sind 5 Momente, in denen du dich wirklich reich gefühlt hast?

Blicke in deine Vergangenheit und erinnere dich an konkrete Erlebnisse – groß oder klein – bei denen du dachtest:

Genauso darf sich mein Leben anfühlen.

Schritt 2: Was war in diesen Momenten enthalten?

Wodurch genau hast du dich damals reich gefühlt?

War es Verbindung? Freiheit? Ruhe? Liebe? Kreativität? Abenteuer? Präsenz?

Schau hinter das Erlebnis.

Vielleicht war es gar nicht der Urlaub in Italien, der dich so glücklich gemacht hat, sondern dass du morgens aufgewacht bist und nirgendwo sein musstest.

Vielleicht war es nicht das Dinner mit Freunden, sondern das Gefühl, mit Menschen am Tisch zu sitzen, bei denen du komplett du selbst sein kannst.

Vielleicht war es nicht dein größter beruflicher Erfolg, sondern der Moment, in dem du gemerkt hast: Ich kann mir selbst vertrauen.

Schritt 3: Was darfst du verändern, damit dein Alltag mehr davon enthält?

Und hier wird es manchmal unbequem.

Denn manchmal reicht es nicht, mehr Yoga zu machen, einen Abend freizuhalten oder endlich wieder ein Date mit deinem Mann zu planen.

Letztes Jahr habe ich realisiert, dass ich mit meinem gestressten Nervensystem nicht die Mama bin, die ich gerne wäre.

Diese Erkenntnis tat weh.

Ich hätte mir auch einfach vornehmen können, “präsenter” zu sein.

Nur hätte das mein eigentliches Problem nicht gelöst.

Also habe ich angefangen, an den Dingen zu drehen, die meinen Alltag tatsächlich bestimmen: ein Coaching, mehr Pausen, Dinge abgeben, öfter nach Hilfe fragen und mehr Dinge mit meinem Sohn machen, die mir auch wirklich Spaß machen.

Die engere Verbindung, die dadurch mit meinem Sohn entstanden ist, ist für mich heute unbezahlbar.

Dein Leben. Dein Gestaltungsspielraum.

Vielleicht besteht ein reiches Leben am Ende nicht darin, möglichst viel hineinzupacken.

Vielleicht besteht es darin, so anwesend zu sein, dass du merkst, wenn es gerade passiert.

Und deshalb möchte ich dir heute nur eine Frage dalassen:

Worum geht es in deinem reichen Leben, Reader?

Antworte mir auf die E-Mail und verrate es mir. Ich lese jede Mail.

Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt, wie es aussieht!

Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt, wie es aussieht!
Deine Chrissi 💖

P.S.: Du willst herausfinden, was du für dein reiches Leben brauchst und was dir vielleicht gerade im Weg steht? Dann buch dir einen Clarity Call mit mir.

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