Hallo Reader,
einer der wichtigsten Skills, den ich im letzten Jahrzehnt gelernt habe, ist gute Entscheidungen zu treffen.
Früher habe ich noch nicht mal darüber nachgedacht wie ich Entscheidungen treffe, oder darüber was mich antreibt Ja oder Nein zu sagen.
Es gab Momente, in denen direkt eine innere Stimme in mir ansprang und ich Ja sagte, auch wenn ich mir dem Ausmaß meiner Entscheidung noch nicht bewusst war. Selbst Gegenstimmen konnten mich dann nicht umstimmen.
So war das als ich mit 16 Jahren die Schule wechselte, um Psychologie als Leistungskurs zu belegen, obwohl meine Eltern dagegen waren. Oder als ich in einer Millisekunde entschloss mit einer Freundin nach Bali für ein Auslandssemester zu gehen, ohne zu wissen, wie ich das finanzieren soll.
Doch je älter ich wurde, desto schwerer fiel es mir diese innere Stimme zu hören und ihr zu vertrauen. Schließlich war ich jetzt erwachsen, und einige Entscheidungen, die ich sicherlich auch aus einer gewissen Naivität und mit der Haltung "es kann ja eigentlich nur gut werden, und selbst wenn nicht ist es eine Erfahrung" heraus traf, begann ich zu durchdenken.
Die Entscheidungen, die ich mir einredete
Das führte mitunter dazu, dass ich mich in Situationen wiederfand, in denen ich eigentlich gar nicht sein wollte. Plötzlich war ich Verantwortliche für ein Change-Projekt, was so gar nicht meinen Stärken entsprach. So konnte ich meiner Chefin beweisen, dass ich jedes Projekt wuppen kann - dachte ich zumindest. Oder ich fand mich mit müden Augen auf einer Veranstaltung, auf der ich eigentlich gar nicht sein wollte. Doch sie war bestimmt gut für meine Karriere - sagte mir mein Kopf.
Doch noch schlimmer als die Entscheidungen, die ich entgegen meiner inneren Stimme traf, waren die Entscheidungen, die ich nicht traf.
Die Entscheidungen, die ich mir ausredete
Ich erinnere mich noch genau an den Moment als ich wusste, dass ich Coach werden wollte. Ich verschlang alle möglichen Coaching Videos und Bücher. Mit einer guten Freundin saß ich im Café und half ihr dabei ihr Business- und Privatleben zu priorisieren. Der Blick, als sie eine Lösung fand, an die sie vorher nicht gedacht hatte, werde ich nie vergessen.
An dem Abend recherchierte ich nach Ausbildungen. Doch dann sah ich die Preise, beriet mich mit meinem Mann dazu - und plötzlich lagen alle möglichen Argumente auf dem Tisch, warum das gerade keine gute Idee ist. Die Flamme in mir, die gerade noch angeknipst war, wurde plötzlich ganz klein.
So ähnlich war es mit einem Tony Robbins Event, das ich unbedingt besuchen wollte. In mir schrie alles sofort JA. Doch statt meiner inneren Stimme zu vertrauen, beriet ich mich wieder mit Menschen, die einen eher kritischen Blick beisteuerten statt mich in meinen Wünschen zu bestärken.
Fast forward, habe ich heute beides gemacht.
Ich habe eine Coaching Ausbildung, in die ich über 10.000€ investiert habe und ich war bei dem Tony Robbins Event, das mir unfassbar viel Freude, Energie und Klarheit geschenkt hat. Beides war lebensverändernd für mich.
Doch fast hätte ich es nicht gemacht. Weil ich mir selbst nicht vertraut habe.
Entscheidungen erfordern Vertrauen
Ich dachte, wenn eine Entscheidung wirklich richtig für mich ist, dann werde ich das schon wissen. Die Entscheidung wird glasklar für mich sein.
Doch Reader, hier kommt die Wahrheit, die mich Jahre meines Lebens gekostet hat: Eine Entscheidung, die das Potenzial hat dein Leben zu verändern, ist scary.
Denn so eine Entscheidung...
- ist mit Veränderung verbunden.
- erfordert den Sprung ins Unbekannte.
- löst gemischte Gefühle aus.
- stößt in deinem Umfeld auf Bedenken.
- ist außerhalb deiner Komfortzone.
All das löst Angst in unserem System aus. Und wenn wir nicht genauer hinspüren, assoziieren wir Angst schnell mit = don't do it.
Doch genau diese Angst hätte mich fast um die besten Entscheidungen und Erlebnisse meines Lebens beraubt.
Denn hinter diesen Entscheidungen, die sich zunächst scary und ungewohnt anfühlen, wohnt auch dein Future Self. Die Version, die wir gerne werden wollen. Dein Potenzial.
Wachstum erfordert Investment
Die wohl schwierigste Lektion, die ich auf dem Weg zu besseren Entscheidungen machen durfte, war dass ich in mein Wachstum investieren muss - Zeit, Geld und Commitment. Zumindest wenn ich es ernst meine.
Denn ja, wir wachsen so oder so. Wenn du diesen Newsletter hier liest, gehe ich davon aus, dass du einen Wachstumsmotor in dir hast, du gerne leistest und lernst und es liebst dich zu entwickeln.
Doch es gab Themen in meinem Leben, da bin ich alleine einfach nicht weiter gekommen. Muster, die sich wiederholt haben. Herausforderungen vor denen ich gefühlt immer wieder stand. Mir zu erlauben, Zeit und Geld in mich zu investieren UND mir Hilfe zu holen, ist der Grund, warum ich mich innerhalb von 5 Jahren von einem Burnout und einem Nervensystem, das in Daueranspannung war, zu einer Frau entwickelt habe, die innerlich zufrieden ist und liebt, was sie tut.
Dabei war das erste Investment in meine Business Coach vor 5 Jahren komplett außerhalb meiner Komfortzone. Ich war es nicht gewohnt, mich zu priorisieren, geschweige denn so viel Geld in meine Entwicklung zu investieren, von der ich noch nicht genau wusste, wie sie ausgeht.
Doch in dem Moment habe ich aufgehört, mein Umfeld um Erlaubnis zu bitten, und selbst entschieden: Ich, meine Zukunft, meine Wünsche sind es wert, dass ich sie ernst nehme.
Dabei bin ich weder eine Ausnahme noch etwas Besonderes. Ich habe in den letzten Jahren einfach gelernt, Entscheidungen zu treffen, die einen nachhaltigen, tiefgreifenden Impact auf mein Leben haben.
Das 3-Instanzen Framework für Entscheidungen
Kennst du auch die innerliche Debatte, die in deinem Kopf entsteht, sobald du vor einer für dich großen Entscheidung stehst?
Ein Teil in dir sagt Ja. Der Teil spürt es, hat aber vielleicht die schlechteren Argumente. Es ist eher ein Gefühl, vielleicht sogar eine Sehnsucht, die Ja sagt. Doch im nächsten Moment, kommen schon die rationalen Gegenargumente:
- Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?
- Lohnt es sich?
- Was ist, wenn es nicht so gut wird, wie ich es mir wünsche?
- Ist das wirklich so wichtig für mich?
So geht es weiter und weiter.
Um hier wieder Zugang zu dem Anteil zu gewinnen, der an mich glaubt, habe ich das folgende 3- Instanzen Modell entwickelt. Vor jeder Entscheidung frage ich mein Kopf, mein Herz und meine Angst getrennt voneinander, was sie denken.
- Kopf: Was sind deine Pro- und Contra-Argumente?
- Herz: Wenn ich ganz alleine dir zu höre, was rätst du mir? Was wünschst du dir für mich? Wie würde es sich für dich anfühlen, wenn alles so klappt, wie ich es mir wünsche? Was ist meine innere Wahrheit?
- Angst: Was ist deine größte Angst? Wovor willst du mich beschützen? Was brauchst du von mir, damit wir beide mutig sind?
WICHTIG: Bevor du dein Herz befragst, leg eine Hand auf dein Herz. Atme tief ein und aus, lass es innerlich ruhig in dir werden. Verbinde dich mit deinen Sehnsüchten, Wünschen und Träumen. Du willst deine innere Weisheit aktivieren.
Mir hilft diese Übung jedes Mal. Nicht weil die Entscheidung danach glasklar ist - jede große Entscheidung wird immer Mut erfordern. Doch weil ich danach weiß, welcher Teil von mir, mir welchen Ratschlag gibt.
Und dann kann ich entscheiden, auf welche Instanz ich hören will.
Von welcher Entscheidung hast du dich schon mal abbringen lassen? Was würdest du dir heute raten? Antworte mir auf die E-Mail. Ich lese jede Nachricht!
Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt, wie es aussieht!
Chrissi 💖
PS: Wenn du gerade an einem Punkt bist, wo du dir Unterstützung wünschst, buch dir einen Clarity Call mit mir.