Hallo Reader,
früher dachte ich, ich werde meine Ängste los, wenn ich mich nur genug optimiere.
Wenn ich genug meditiere, affirmiere, Sport mache, mich gesund ernähre – dann werde ich irgendwann täglich als mein Best Self leben und mich nie wieder ängstlich, nervös oder nicht gut genug fühlen.
Doch in Wahrheit stauten sich all meine Ängste nur an.
Meine gesunden Routinen wurden zu einer Vermeidungsstrategie.
Weil ich nicht fühlen wollte, was wirklich in mir los war. Weil ich nicht spüren wollte, wie sehr ich damit struggelte, zu genügen, dazuzugehören, mich zu beweisen.
Also sagte ich mir weiter meine morgendlichen Affirmationen auf. Hörte mir Podcasts über Resilienz an. Verstand kognitiv meine Emotionen.
Doch, wie es so schön heißt:
What you resist, persists.
Erst als ich aufgehört habe, meine Gefühle zu verdrängen und ihnen wirklich begegnet bin, begann ich zu heilen und langsam Frieden mit allen Seiten von mir selbst zu schließen.
3 Irrglauben, die mich jahrelang blockiert haben
Irrglaube #1: „Sei immer glücklich“ ist das Ziel.
Ich dachte, persönliche Entwicklung bedeutet, ständig positiv zu sein.
Doch das Ziel ist nicht, nur gute Gefühle zu spüren, sondern vielmehr mit allen Gefühlen sicher zu sein.
Wahre emotionale Stärke bedeutet nicht, nie Angst zu haben, sondern Angst zu spüren und trotzdem präsent zu bleiben (statt uns in endlosen negativen Gedankenspiralen zu verlieren).
Psychologisch gesehen:
Wenn wir Gefühle unterdrücken, bleiben sie im Nervensystem aktiv. Erst durch's Spüren kann das System regulieren.
Irrglaube #2: Negative Gefühle zu spüren bedeutet, ich mache etwas falsch.
Lange Zeit hielt ich unangenehme Gefühle für ein Zeichen von Schwäche. Das war mir natürlich nicht bewusst, denn kognitiv verstand ich, dass alle Emotionen valide sind.
Dennoch drückte ich die negativen Gefühle am liebsten weg.
Für die Nervosität hatte ich gerade keine Zeit.
Die Angst war sowieso überflüßig.
Traurigkeit erlaubte ich mir nicht, denn schließlich gab es so vieles für das ich dankbar sein durfte.
Heute versuche ich meine Emotionen zu fühlen.
Egal, welche.
Denn sie zeigen mir, wo ein Bedürfnis unerfüllt ist, wo ich mich überfordere, wo alte Muster greifen. Und so oft sind sie einfach nur Energie, die gerade durch mein System laufen.
Wie heißt es so schön:
Emotion = Energy in Motion.
Und wenn wir diese Energie blockieren, staut sie sich an.
Wenn wir sie hingegen zulassen, fließt sie einfach durch uns durch.
Irrglaube #3: Mich zu optimieren ist der Weg.
Ich dachte, Perfektion bringt mir Sicherheit. In Wahrheit brachte sie mir Distanz. Zu mir selbst und zu anderen.
Auch heute habe ich viele meiner Routinen noch.
Aber der Unterschied ist riesig:
Früher nutzte ich sie, um Kontrolle zu behalten.
Heute nutze ich sie, um Verbindung zu spüren.
Denn selbst gesunde Routinen können toxisch werden, wenn sie aus Selbstschutz statt Selbstfürsorge entstehen.
3 Wahrheiten, die ich auf meinem Weg gelernt habe
Wahrheit #1: Am Anfang ist es unangenehm.
Sich selbst ehrlich zu begegnen ist zu Beginn anstrengend. Die Emotionen, die wir lange Zeit gut verstaut haben, kommen hoch und wollen gefühlt werden.
Wenn du aufhörst, dich abzulenken - mit deinem ständigen Blick auf's Smartphone, deiner To Do Liste, deinen negativen Gedanken - dann spürst du dich wieder. Und das kann zunächst Angst machen.
Doch genau das ist der Anfang.
Psychologisch gesehen ist das der Moment, in dem dein System von Vermeidung auf Integration umschaltet.
Gefühle, die du jahrelang weggeschoben hast, tauchen auf, weil sie endlich da sein dürfen.
Unangenehme Gefühle sind also kein Rückschritt, sondern ein Signal, dass du auf dem richtigen Weg bist.
Wahrheit #2: Je häufiger du dich spürst, desto sicherer wirst du in dir.
Früher suchte ich Sicherheit durch Kontrolle. Heute finde ich sie, wenn ich selbst mit mir in Verbindung bin.
Das Schöne:
Je öfter du dich spürst – angenehm oder unangenehm – desto mehr lernt dein System: Ich kann mit mir sein.
Das nennt man emotionale Toleranzspanne.
Mit jedem Mal, das du einem Gefühl Raum gibst, ohne es zu bewerten, wird die Toleranz gegenüber dir und deinen eigenen Emotionen größer.
Angst verliert ihre Macht nicht, weil wir sie besiegen, sondern, weil wir ihr nicht mehr ausweichen.
So wirst du selbst zu deinem sicheren Ort.
Wahrheit #3: Dich in deiner Ganzheit zu erleben bedeutet Freiheit.
Lange dachte ich, Heilung bedeutet, die beste Version meiner selbst zu werden. Jeden Tag ein bisschen besser.
Heute weiß ich:
Heilung bedeutet, alle Versionen von mir anzunehmen.
Die, die zweifelt.
Die, die Angst hat.
Die, die lacht, liebt, kämpft, flieht.
Wenn du aufhörst, zwischen „gut“ und „schlecht“ in dir zu unterscheiden, passiert etwas Magisches:
Du wirst echt.
Nicht perfekt. Sondern einfach du.
Psychologisch gesprochen, nennt man das Integration des Schattens.
All die Anteile, die du weggeschoben hast, dürfen wieder Teil deines Selbstbilds werden.
Und genau das ist innere Freiheit:
Du musst nichts mehr verstecken.
Du musst niemandem mehr etwas beweisen.
Du darfst dich zeigen, wie du bist.
Passend dazu: Mein nächster Lunch Talk mit Hollywood Coach Josh Pais (auf Englisch)
Wenn du deine Gefühle auch lieber verdrängst, statt sie zu spüren..
Wenn du bei neuen Situationen an dir zweifelst...
Wenn du dir einen neuen Umgang mit deinem Innenleben wünschst, und dich freier, lebendiger, authentischer fühlen willst...
Dann komm diesen Donnerstag in meinen Lunch Talk mit Josh Pais.
Am 11. Dezember spreche ich mit Schauspieler, Coach und Autor Josh Pais über sein Buch „Lose Your Mind: The Path to Creative Invincibility“.
Josh hat mit einigen der größten Namen aus Hollywood, Kunst und Business gearbeitet und bietet eine radikal andere Sicht auf Selbstzweifel, Nervosität und Präsenz.
Wir sprechen darüber:
- wie du aufhörst, jedem Gedanken zu glauben,
- was möglich wird, wenn du Gefühle nicht länger unterdrückst,
- vier einfache Zugänge zu echter Präsenz,
- und warum Präsenz Perfektion schlägt – jedes Mal.
Wenn du oft in deinem Kopf festhängst, und dich nach mehr Authentizität, Leichtigkeit und Flow sehnst, dann ist dieser Talk für dich.
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Über 200 Menschen sind bereits mit dabei. Das Interview ist auf Englisch. Falls du nicht live dabei sein kannst, bekommst du im Nachgang die Aufzeichnung.
Du hast eine Frage zu dem Thema? Antworte mir auf diese Mail und ich baue sie in den Lunch Talk mit ein ❤️
Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt, wie es aussieht.
Chrissi
P.S. Healing isn’t about feeling good. It’s about feeling everything and still being safe in yourself.
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