Hallo Reader,
vor ein paar Tagen saß ich mit einer Coachee zusammen, die vollkommen erschöpft wirkte.
Sie sagte:
„Chrissi, alle wollen ständig etwas von mir.
Im Job. Privat. Selbst in meiner Familie.
Jeder fragt. Keiner sagt Danke.“
Ich hörte ihr zu.
Ich spürte wie erschöpft sie war.
Dann fragte ich sie:
„Es stimmt. Alle wollen etwas von dir. Das fühlt sich ungerecht an. Doch darf ich dir heute eine andere Perspektive anbieten?“
Sie nickte.
Und ich sagte ihr die Wahrheit:
Es liegt weniger an den Erwartungen der anderen –
und mehr daran, dass du ihnen nie beigebracht hast, wo deine Grenze ist.
Stille.
Jahrelang hast du immer Ja gesagt.
Also ist dass die Erwartungshaltung deines Umfelds.
Du bist immer erreichbar.
Auf dich ist immer Verlass.
Warum sollten sie sich anders verhalten als sie es tun?
Sie schluckte und sagte:
Du hast völlig Recht.
Doch was mach ich jetzt?
(👉 Lade dir hier mein Playbook runter: 8 Sätze, um klare Grenzen zu setzen)
Der unsichtbare Deal, den wir unbewusst eingehen
Wenn du jahrelang Ja sagst, entsteht automatisch ein unausgesprochener Deal zwischen dir und deinem Umfeld:
- Wenn etwas Dringendes reinkommt → du übernimmst.
- Wenn jemand ausfällt → du springst ein.
- Wenn jemand Hilfe braucht → du bist da.
- Wenn es chaotisch wird → du löschst das Feuer.
Was auf den ersten Blick heroisch wirkt, wird uns dann zum Verhängnis, wenn wir währenddessen unsere eigenen Grenzen aus dem Blick verlieren.
Wenn wir ja sagen,
- ... auch wenn wir erschöpft sind.
- ... auch wenn wir viel lieber Nein sagen würden.
- ... auch wenn es gerade überhaupt nicht passt.
Dann entsteht in uns irgendwann eine Gefühlsmischung aus Frustration, Ungerechtigkeit, Traurigkeit bis hin zur Wut.
Genau diese Gefühle projizieren wir dann irgendwann auf unsere Umwelt.
Schließlich sind es ja die anderen, die so viel von uns verlangen, ohne zu merken, dass es dir zu viel wird.
Es ist also vollkommen nachvollziehbar, dass wir uns irgendwann überfordert, müde, unverstanden und irgendwann auch ganz schön sauer fühlen.
Doch hier dürfen wir uns ganz ehrlich die Frage stellen:
- Warum sollte sich unser Umfeld anders verhalten?
- Wenn wir jahrelang Ja gesagt haben, woher sollen die anderen wissen, dass wir eigentlich Nein meinen?
Die gute Nachricht:
Der Schlüssel dich von all dem Erwartungsdruck zu befreien liegt in dir.
Der wahre Kern von Grenzen: Selbstrespekt
Viele Menschen glauben, Grenzen zu setzen bedeute, andere vor den Kopf zu stoßen. Deshalb fühlt es sich bedrohlich an.
Wir fürchten, als schwierig, egoistisch oder nicht belastbar zu gelten.
Wir fürchten Ablehnung, Konflikte, enttäuschte Erwartungen.
Doch hinter dieser Angst liegt meist eine alte Geschichte:
Wenn ich anecke, verliere ich Zugehörigkeit.
Wenn ich Nein sage, bin ich nicht mehr liebenswert.
Und so passiert etwas Entscheidendes:
Wir stufen unsere eigenen Bedürfnisse als weniger wichtig ein.
Nachrangig. Verhandelbar. Optional.
Genau hier beginnt der Perspektivwechsel.
Grenzen sind nichts Aggressives. Sie sind etwas Natürliches.
Sie beginnen mit einem inneren Satz:
„Ich bin ein Mensch, dessen Bedürfnisse relevant sind.“
Und wenn du das wirklich glaubst, handelst du entsprechend.
Der Shift: Grenzen sind kein „Gegen dich“. Grenzen sind ein „Für mich“.
Eine Grenze zu setzen bedeutet NICHT:
- jemanden zu bestrafen
- unkooperativ zu sein
- nicht helfen zu wollen
- egoistisch zu sein
Eine Grenze bedeutet:
Ich nehme mich ernst.
Ich nehme meine Energie ernst.
Ich nehme meine Bedürfnisse ernst.
Ich nehme mein Leben ernst.
Grenzen sind ein Akt von Selbstliebe, Selbstrespekt und Selbstführung.
Der Moment, indem dein Umfeld neu lernen darf
Zurück zu meiner Coachee.
Wir arbeiteten heraus, dass sie seit Jahren Ja sagt.
Gut funktioniert.
Zuverlässig ist.
Die Lücken füllt.
Das hat ihr Umfeld gelernt.
Das war ihr Muster.
Und plötzlich möchte sie dieses Muster ändern.
Und hier kommt der entscheidende Punkt:
Grenzen setzen bedeutet, dass du dich anders verhältst als zuvor. Und genau das macht erstmal Angst.
Im Fall meiner Coachee haben wir Schritt-für-Schritt ihre Fähigkeit Grenzen zu setzen ausgebaut.
In kürzester Zeit hat sie...
- ihrer Führungskraft gesagt, dass sie die vielen ad-hoc Gespräche gerne in zwei Weeklys bündeln möchte.
- ihrem Team mitgeteilt, dass sie für jedes Meeting eine Agenda vorab möchte.
- ihrem Partner gesagt, dass sie am Wochenende mehr Zeit für sich braucht.
- einer Freundin mitgeteilt, dass sie zu einem Gruppentreffen nicht mit möchte, aber gern etwas mit ihr zu zweit plant.
All das fühlte sich zunächst ungewohnt an und kostete Überwindung.
Doch bereits nachdem sie ihre Wünsche ausgesprochen hatte, fühlte sie sich besser.
Sie hatte klar gesagt, was sie braucht und ist dabei freundlich geblieben.
Und ihr Umfeld hat mit Verständnis reagiert.
Ihr Chef war sogar dankbar für den proaktiven Vorschlag, wie sie ihre Zusammenarbeit effizienter gestalten können.
(👉 Um es zu üben, lade dir hier dein Playbook runter: 8 Sätze, um klare Grenzen zu setzen).
Drei Fragen, die dir helfen, deine Grenze heute bewusst zu setzen
- Welche konkrete Situation in deinem Leben fühlt sich zu viel an – und welchem Ja hast du dort bisher zugestimmt?
- Welche Angst taucht auf, wenn du dir vorstellst, Nein zu sagen – und aus welcher alten Geschichte stammt sie?
- Wie würdest du handeln, wenn du zutiefst glaubst: „Ich bin ein Mensch, dessen Bedürfnisse relevant sind.“?
Grenzen entstehen zuerst in deinem Inneren.
Erst dann im Außen.
Meine Monday Motivation für dich
Reader, Nein sagen ist kein Verlust.
Es ist eine Rückkehr zu dir.
Du wirst nicht weniger geliebt, wenn du dich schützt. Aber du wirst dich selbst viel mehr lieben.
Und je klarer du wirst, desto einfacher wird es für andere, dich zu respektieren.
Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt wie es aussieht.
Deine Chrissi
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