Jour Fix für deine Beziehung?!

Chrissi Münch 💜

Ausgabe 117 | 01. Juni 2026

Jour Fix für deine Beziehung?!

Hallo Reader,

als ich jung war, hatte ich eine sehr klare Vorstellung davon, wie Liebe aussieht. Und zwar wie bei Disney.

Solange man 'den Richtigen' gefunden hat, läuft ab dann alles von alleine. Glücklich bis ans Ende. Ohne etwas dafür zu tun.

Dass das nicht stimmt, weiß ich nach 14 Jahren Beziehung.

Genau darüber habe ich letzte Woche mit der Psychologin und Autorin Linda-Marlen Leinweber gesprochen. Für mich eines der wichtigsten Gespräche, das ich je im Honest Talk geführt habe. Denn viel zu häufig nehmen wir uns für unsere Beziehung weniger Zeit als für unsere Karriere.

Heute teile ich mit dir die wichtigsten Punkte.

Verbindung entsteht nicht zufällig.

Das klingt auf den ersten Blick vielleicht unromantisch. Doch ich glaube, es ist der Grundgedanke, den wir verinnerlichen dürfen, um die Verbindung aufrecht zu erhalten oder wieder aufleben zu lassen.

Denn viele Beziehungen scheitern nicht daran, dass die Liebe weg ist - auch wenn es sich zwischenzeitlich so anfühlen kann. Sondern sie scheitern daran, dass der Alltag sie verdrängt. Volle Kalender, To-Do-Listen, Kinder, Beruf. Irgendwann sitzt man sich gegenüber und merkt: Wir reden zwar, aber wir reden nicht mehr miteinander.

Linda hat es im Gespräch so formuliert:

Wir investieren enorm viel in unsere berufliche Entwicklung. Wir planen, strukturieren, tracken Fortschritte. Unsere Beziehungen hingegen überlassen wir oft dem Zufall – und wundern uns dann, warum die Verbindung nachlässt.

Die Harvard-Studie über Glück und Zufriedenheit, die über 80 Jahre lief, hat übrigens genau das bestätigt: Der größte Faktor für ein erfülltes Leben sind nicht Erfolg, Geld oder Status. Es sind tiefe, echte Beziehungen.

Was in unserer Ehe konkret hilft

Wir haben auch Phasen gehabt, in denen wir nebeneinander gelebt haben. Gerade als Atlas noch klein war, ging es mehr darum, irgendwie klar zu kommen und uns als Paar wiederzufinden.

Was uns geholfen hat: Wir haben aufgehört, auf zufällige Momente des Austauschs und der Nähe zu warten. Stattdessen haben wir feste Fenster eingebaut.

Freitags haben wir Date Night. Manchmal gehen wir ins Hammam, manchmal spazieren, manchmal ins Kino oder Movie Night zu Hause. Der Ort ist egal. Was zählt: Wir interessieren uns füreinander und teilen gemeinsame Interessen (wir beide lieben Filme).

Samstagvormittags haben wir unseren “Beziehungs-Check-in”. Admin-Themen, Pläne, aber auch: was läuft gerade gut, was beschäftigt mich, was brauchst du von mir.

Klingt nach einem Terminkalender für die Ehe? Ist es auch. Doch uns beide entspannt das total. Wir wissen wir haben unsere Räume und können unter der Woche Themen parken, die sich am Abend vielleicht zu schwer anfühlen würden.

Linda erklärt im Buch, warum das so wichtig ist:

Rituale geben uns Sicherheit. Das Gehirn liebt Vorhersehbarkeit. Wenn ein positives Muster sich wiederholt, schüttet es Dopamin, Serotonin und Oxytocin aus – also genau die Hormone, die uns das Gefühl geben: Alles ist gut. Ich bin verbunden. Ich bin sicher.

Was mich dabei am meisten überrascht hat: Rituale helfen besonders dann, wenn die Verbindung sich gerade nicht so gut anfühlt. Gerade dann brauchen wir diese Anker.

Drei Fragen, die euch näher bringen

Manchmal ist es schwer, den ersten Schritt zu machen. Besonders wenn die Verbindung gerade ein bisschen eingestaubt ist.

Was ich total empfehlen kann, ist sich Hilfe zu holen. Egal ob in Form eines Paarcoachings oder ganz niedrigschwellig durch Fragen wie z.B. von 'Sondermoment'. Mit diesem Kartenset haben wir schon richtig schöne Gespräche geführt.

Zum Start hier drei Fragen, die sich in unserem Alltag bewährt haben. Gerade weil sie nicht so in die Tiefe gehen, sondern sich auf positive Erinnerungen konzentrieren.

👉 Was war für dich ein Moment dieses Jahr, den du nicht vergessen wirst?

👉 Was ist eine gemeinsame Erinnerung, an die du dich gerne erinnerst?

👉 Was ist etwas, das du gerade genießt in unserem Leben?

Du wirst merken: Aus solchen Fragen entstehen oft die Gespräche, die sich danach wie ein langer Ausatem anfühlen.

Warum es sich lohnt zuerst bei dir anzufangen

Eines der größten Geschenke, die ich unserer Beziehung gemacht habe, ist mich selbst gut kennenzulernen.

Was brauche ich wirklich, damit es mir gut geht?
Was wünsche ich mir von meinem Leben wirklich?

Da ich selbst früher einen ängstlich-ambivalenten Bindungsstil hatte, mit niedrigem Selbstwert und People Pleaser Tendenzen, fiel es mir schwer in meiner Beziehung klar zu sagen, was ich brauche, damit ich mich wohl und sicher fühle. Teilweise hatte ich das Gefühl, ich habe mich in meiner Beziehung verloren, irgendwann habe ich begonnen zu rebellieren.

Der Weg zu einer sicheren Bindung began bei mir selbst.

Genau darum geht es auch bei We Love Mondays. Um den Weg zurück zu dir, zu deinen Stärken, zu deinen Bedürfnissen. Auch wenn Beziehungen kein Fokus sind, haben mir zwei Frauen gesagt, dass We Love Mondays ihre Ehe gerettet hat. Weil sie verstanden haben, was sie brauchen, um glücklich zu sein und wertvoll genug, damit sie sich genau das auch erlauben.

Die 8. Kohorte startet im Herbst. Wenn du dabei sein willst:

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Reader, was ist ein Ritual oder ein Zeitfenster, das ihr als Paar habt – oder haben wollt? Schreib mir gerne.

Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt wie es aussieht.
Deine Chrissi 💜

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