So hätte ich fast unseren Abend ruiniert 😥

Chrissi Münch 💜

Ausgabe 102 |16. Februar 2026

So hätte ich fast unseren Abend ruiniert 😥

Hallo Reader,

heute möchte ich gern einen kleinen Win mit dir teilen.

Doch bevor ich das tue, nehme ich dich erst mal mit, wie ich Freitag fast unseren Familyabend ruiniert hätte.

Letzte Woche war ich für ein paar Tage in Berlin und hatte jeden Tag bestimmt drei Verabredungen. Das war wunderschön, weil ich mir vorgenommen habe dieses Jahr mehr Quality Time mit Menschen zu verbringen, die mir wichtig sind.

Am Freitag kam ich dann mit einer vollen sozialen Batterie in Malaga an. Mein Mann Javi und Atlas holten mich zusammen vom Flughafen ab.

Nicht, weil Javi selbst auf diese Idee gekommen wären, sondern, weil ich ihm bereits seit Jahren sage, dass dieser Moment, wenn ich ankomme und er mich erwartet, mich so glücklich macht (Sidenote: Sagt euren Partnern, was euch wichtig ist und erhöht die Chance, das sie machen, was ihr euch wünscht um 250%).

Als wir zum Auto liefen, erzählte mir Javi, dass er gerade bei IKEA war, um ein paar Sachen abzuholen.

Und ich...
... machte einen sarkastischen Kommentar.

So was wie:

Krass, wenn du etwas wirklich willst, bist du richtig schnell in der Umsetzung.

Im ersten Moment versuchte ich noch zu verargumentieren, dass es sich dabei doch eigentlich um ein Kompliment handelte.

Um dann kurze Zeit später zuzugeben, dass es nicht cool von mir war. Da unterbricht er seinen Tag, um mich abzuholen, und ich begrüße ihn mit passiven Vorwürfen.

Spannend.

Vor allem, weil sich das ganze noch zwei oder dreimal wiederholte.

Obwohl ich mich eigentlich total auf unser Wiedersehen gefreut habe.

Was war da also los?

Entdecke, was hinter deinem Verhalten liegt

Vor ein paar Wochen habe ich hier das Eisbergmodell von Katia Saalfrank mit dir geteilt.

Sichtbar ist nur das Verhalten.
Darunter liegen Gedanken. Gefühle. Bedürfnisse.

(In der nächsten Woche kommt Katia übrigens in meinen Honest Talk – sei unbedingt live dabei.)

In meinem Fall beobachtete ich also:
Ich verhalte mich gerade ungerecht.

Und ich möchte hier kurz anmerken, wie stolz ich auf mich bin, dass ich das überhaupt wahrgenommen habe. Früher wäre ich viel zu defensiv gewesen, das zuzugeben 😇

Also stellte ich mir drei Fragen:

  • Welche Gedanken laufen gerade unbewusst?
  • Wie fühle ich mich wirklich?
  • Was brauche ich gerade?

Als ich ehrlich in mich hineinspürte, merkte ich:

  • Ich war erschöpft.
  • Ich war traurig.
  • Ich spürte Druck, gut drauf zu sein und zu performen.

Meine sozialen Batterien waren voll.
Mein Akku war leer.

Ich war glücklich, meine Familie zu sehen – und gleichzeitig traurig, meine Berliner Freundinnen nicht öfter sehen zu können.

Ich ging außerdem davon aus, dass Javi erwartet, dass ich mich jetzt ums Abendessen und Ins-Bett-Bringen kümmere – weil er das ja die letzten Tage gemacht hatte.

Und dann kam meine größte Erkenntnis:

Ich nutze ihn als Blitzableiter, um meine gemischten Gefühle nach außen zu projizieren, statt sie bei mir selbst wahrzunehmen.

Hinter der Annahme deiner Gefühle wartet Freiheit

Im ersten Moment wollte ich mir das natürlich nicht eingestehen.

Denn das würde ja bedeuten, dass ich mich gerade unfair verhalte.
Und das passt nicht zu meiner Wunsch-Identität.

Also spielte ich meine eigenen Gefühle runter:

„Du hast gerade keinen Grund, dich zu beschweren.“
„Dein Mann holt dich vom Flughafen ab.“
„Du hattest tolle Gespräche.“
„Du bist bei deiner Family.“
„Sei doch zufrieden.“

Damit sprach ich mir meine Gefühle ab.

Was mittlerweile sofort die innere Alarmglocke bei mir auslöst.

Ein Signal, um genauer hinzuschauen und mir folgende Frage zu stellen:

Was brauchst du gerade wirklich?

Früher viel es mir wahnsinnig schwer diese Frage zu beantworten. Doch mit etwas Übung, bin ich immer besser darin geworden.

Ich brauchte:

  • Ruhe
  • Entspannung
  • Nähe
  • Verbindung

Also entschuldigte ich mich bei meinem Mann und erklärte ihm, dass ich ihn gerade als Blitzableiter für meine eigenen gemischten Gefühle benutzte – und dass er nichts damit zu tun hat.

Ich teilte, was ich brauchte und schlug vor, dass wir heute Pizza bestellen und Movie Night machen.

Der Abend war super schön.

Javi und ich saßen Arm in Arm auf dem Sofa, und Atlas irgendwo auf uns drauf.

Hätte ich nicht unter die Spitze des Eisbergs geschaut, wäre der Abend mit Sicherheit anders ausgegangen.

Und genau das ist mein Erfolg des Wochenendes.

Zwar habe ich nicht perfekt reagiert, aber dafür erkannt, was in mir los war. Ich habe meine Gefühle und Bedürfnisse erforscht und dann rechtzeitig mein Verhalten so gestaltet, dass ein schönes Miteinander möglich war.

Das EFG-Modell: Wie du dich durch unpassendes Verhalten führst

Vielleicht kommen dir solche Situationen bekannt vor.

Du sagst etwas, das eigentlich gar nicht zu dir passt.
Du reagierst schärfer, als du wolltest.
Du projizierst etwas – und merkst es erst später.

Für solche Momenten habe ich ein kleines Tool etabliert:

EFG – Erkennen. Forschen. Gestalten.

1. Erkennen
Was passiert hier gerade wirklich?
Wie verhalte ich mich?
Entspricht das der Version von mir, die ich sein will?

Der größte Shift beginnt mit Bewusstsein.

2. Forschen
Was liegt darunter?
Welche Gedanken laufen im Hintergrund?
Welche Gefühle sind da?
Und welches Bedürfnis wird gerade nicht gesehen?

Nicht bewerten. Nur ehrlich hinschauen.

3. Gestalten
Was brauche ich wirklich?
Wie kann ich das ehrlich kommunizieren?
Wie will ich mich verhalten?

Gestalten heißt für mich:
Mich meinen Emotionen nicht auszuliefern.
Sondern Verantwortung übernehmen.

Lerne starke Gefühle zu halten

Starke Gefühle sind für viele von uns schwer zu halten.

Wir haben gelernt zu funktionieren.
Uns zusammenzureißen.
Uns nicht „so anzustellen“.

Aber selten haben wir gelernt, bei unangenehmen Gefühlen zu bleiben, ohne sie sofort einzuordnen, zu regulieren oder wegmachen zu wollen.

Das Erleben wir vor allem als Eltern. Denn Kinder sind der größte Spiegel für unseren eigenen Umgang mit Gefühlen.

Mein Flughafen-Moment war recht harmlos.

Doch er ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn wir Gefühle nicht halten – sondern weitergeben.

Und genau darüber spreche ich nächste Woche im Honest Talk mit einer der bekanntesten Kinderpädagoginnen Deutschlands: Katia Saalfrank.

Im Gespräch geht es unter anderem darum:

  • Was Wut, Trauer oder Scham von Kindern in uns auslösen – und warum
  • Was hinter unserem Impuls steckt, Kinder sofort beruhigen zu wollen
  • Wie Kinder unsere eigenen Themen spiegeln
  • Warum Verhalten nur die Spitze des Eisbergs ist

Du kannst wie immer live mit dabei sein. Und egal, ob du Kinder hast oder nicht - es wird ein spannender Austausch rund um unsere (unangenehmen) Gefühle.

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Reader, was fordert dich beim Umgang mit starken Gefühlen heraus? Teil das gern mit mir per E-Mail und schick mir auch deine Frage an Katia!

Auf ein Leben, das sich so gut anfühlt wie es aussieht.
Deine Chrissi

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